Vom Kupferbergwerk "St. Caspar am Bierenberge" bei PlettenbergAm
Berenberg wurde in
alter und neuerer Zeit Kupfer gegraben, schon im Jahre 1338 sind die
dortigen "Koppern-Groven" erwähnt. Im 16. Jahrhundert war das
Kupferbergwerk am Berenberge eine Zeitlang für jährlich 45 Rtlr.
verpachtet, später für den Zehnten. Von 1627 bis 1650 hat "St. Caspar
am Bierenberge" still gelegen. Dann unternahm es der Begründer der
preußischen Artillerie, der Generalfeldzeugmeister Otto Christoph
Freiherr von Sparr, das Bergwerk wieder ergiebig zu gestalten. Es ist
kein gutes Zeichen für den Erfolg, dass er das Unternehmen 1651 schon
an den Ober-Kommissar Johan Paul Ludwig abtrat, der es mit "schweren
Kosten" fortgesetzt hat. Durch den Grafen von Waldeck ließ der Große
Kurfürst erklären, er wolle sich auf Gewinn und Verlust zur Hälfte
mitbeteiligen und hat dem Amtmann und Richter zu Plettenberg, den
Bergdirektoren und Bergverwaltern dieserhalb schriftlich Befehl
gegeben. Der Ausbau des Bergwerkes kostete 1100 Rtlr. Als der
Kurfürst seinen Anteil im Februar 1652 noch nicht bezahlt hatte, da bot
Ludwig diesem an, er möge das Bergwerk übernehmen, was er aber
abgelehnt hat. 1656 belehnte der Grosse Kurfürst Joh. Paul Ludwig
und seine Nachkommen mit diesem Bergwerk und ausserdem noch mit dem
Bleibergwerk "aufm Wormelbergk" und dem "aufm Ziegenkampf". Er, seine
Hausfrau und Rechtsnachfolger durften "ahn solchen Bergen nach Ertz
einschlagen, stollen treiben und schacht öffnen, auch Schmeltz- und
Kohlenhütten, Bochwerke, wohnhäuser, Stallung und wass sonst darzu
ferner nötig und thunlichsten zu sein befinden auss dem auf solchen
Bergen stehendem gehöltz ohne entgelt aufbauen, nützen und geniessen,
sich auch mit denen zu solchen Bergwerken gehörigen Bergleuten, aller
freyheiten, immunitäten, privilegien und Gerechtigkeiten, gleich in
denen Sächsisch und Braunschweigischen Landen gelegenen Bergwerken
üblich und Herkommen erfreuen." Ihm und seinen Nachkommen wurde auch auf
10 Jahre der Zehnte erlassen. Nach ihm betrieb es der Bergmeister
Kaspar Scheiner zu Siegen, der 1673 eine Hälfte an den Statthalter und
Ehrendechanten Jobst Edmund von Brabeck zu Hildesheim abtrat. [23] Kaspar
Scheiner/Scheuner und seine Familie werden auf den Seiten 409-412 unseres
Ortsfamilienbuches Krombach aufgeführt. Er ist aus Gottesgab an der
böhmischen Grenze gebürtig und Stammvater der Siegerländer
Scheiner. Bei seiner Heirat mit Anna Wies am 29.1.1657 in Krombach wird
Berggesell als sein Beruf angegeben. 1668 wird er als Massenbläser in
die Zunft der Massenbläser und Hammerschmiede aufgenommen. Sein
Nachfahre Jacob Scheiner und dessen Söhne Wilhelm und Dr. Julius sind
berühmte Kunstmaler geworden, zu deren Ehren die Scheinerstrasse in
Siegen benannt worden ist. Professor Dr. Julius Scheiner hat ausserdem die
Normen für die Lichtempfindlichkeit photographischer Schichten
geschaffen, die als Scheiner-Grade Weltgeltung erlangt haben (siehe
Irles Persönlichkeiten- und Geschlechter-Lexikon). "1801 hatten sich einige
unternehmenslustige Männer, darunter mein Großvater, geeinigt, den Bau
wieder aufzunehmen. Weil die zu Gebote stehenden Mittel gering waren,
wurde er schwach betrieben, aber doch mehrere Bei dem oben erwähnten F. Stahlschmidt handelt es sich um den am 14.02.1861 in Berlin geborenen Ferdinand Arnold Emil Stahlschmidt, Chemiker zu Hagen und Major, Ururenkel des Himmelmerter Jost Henrich Stahlschmidt und Sohn von Karl Friedrich Stahlschmidt, der, wie im Kapitel Jost Henrich erwähnt, 1870 von der Gewerbe-Academie zu Berlin als "Ordentlicher Lehrer für Technische Chemie und Hüttenanlagen" an die im gleichen Jahr eröffnete "Königliche Rheinisch-Westphälische Polytechnische Schule" (heute RWTH) in Aachen berufen wird. Ferdinands Enkel lebt in der Schweiz und war am Familientreffen 2004 in Kreuztal anwesend. Weitere Informationen zum Plettenberger Bergbau mit Stahlschmidt-Beteiligung sind im Plettenberg-Lexikon zu finden, und zwar unter der Bleierz-Zeche Brandenberg und der Kupfergrube Wilder Mann.
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